Wappen der Duve

Wappen 1
Wappen 1

Von meinem Vater erbte ich dessen Siegelring. Das Wappen ist auch auf einem Silbertablett graviert, das meine Schwester Gundel erbte. Es ist unter Wappen 1 abgebildet.

Mich interessierte das Thema, also habe ich mich etwas mit der Heraldik beschäftigt. Dabei wurde mir klar, dass das Wappen wohl eine Kreation des 19. Jahrhunderts ist. Es enthält eine Krone, die bürgerlichen Familien nicht zusteht. Der Vogel in der Mitte ist wohl eine Taube.

Da ich wusste, dass ein Zweig der Familie geadelt wurde, habe ich mir aus Wien den Adelsbrief des Karl Leopold von Duve, herzöglich mecklenburgischer Kanzleirat und Geheiner Sekretär zu Schwerin, geadelt von Kaiser Franz I., Wien 02.06.1751, schicken lassen. Meine Erwartung war, etwas von den besonderen Leistungen dieser geadelten Person zu erfahren und das Wappen beschrieben zu bekommen.

Wappen 2
Wappen 2

Die besonderen Leistungen wurden in dem Brief nicht beschrieben - es war ein offensichtlich öfter verwendeter Text. Aber der Text bezogen auf das Diplom und die Beschreibung des Wappens sei zitiert: "Ferner und zu mehreren Gedächtnis solcher Erhöhung in vererblichen Reichsadelsstand haben wir erwähntem Karl Leopold Duve, seinen ehelichen Leibeserben und deren selben Erbes- und Erben beiderlei Geschlechts, ihr vorhin geführtes Wappen nicht nur bestätiget und verbessert, sondern auch hierfür beständig also zu führen und zu gebrauchen gnädigst gegönnet und erlaubet; als nämlich einen einfachen Schild, worinnen eine weiße Taube auf einem dürren Ast sitzend, in blauem Feld abzunehmen, auf dem Schild ruhet ein vorwärts gekehrter blau angelaufener rotgefütterter, mit anhängendem Kleinod, rechts und linkerseits mit weiß und blau vermischt herabhängender Helmdecken gezierter und gekrönter Turnierhelm auf dessen Kron zwischen zwei Adlerflügeln die im Schild bemerkte Taube einen grünen Zweig in dem Schnabel haltend, erscheint."

Damit stand fest - er führte schon als Bürgerlicher ein Wappen und dieses wurde verbessert. Auch dieses Wappen sei abgebildet, unter Wappen 2.

Weitere Ermittlungen führten zur Familie Duve in Hannover. Dort lebte Johann Duve 1611-1679, Kaufmann, Oberbergfaktor und Ratsherr der Stadt. Er ließ für sich und seine Frau, Kinder, Kindeskinder, Erben und Nachkommen 1655 an der Südseite der Kreuzkirche Grabkapelle errichten. Auf dieser Kapelle befinden sich die in Stein gehauenen Wappen Johann Duves und seiner Frau Elisabeth Kollenrodt. Das Wappen zeigt eine nach rechts gerichtete Taube auf einem belaubten Ast. Auf dem Turnierhelm sitzt eine nach rechts gerichtete Taube.

Wappen 3
Wappen 3

Von Johann Duves Nachkommen wurde ein Urgroßsohn Friedrich Wilhelm von Duve, Geheimer Kanzleisekretär und Hofrat, Herr zu Rethem am 08.07.1767 in den Adelsstand erhoben.

Diplom und Beschreibung des Wappens: Ferner und zu mehrerer Gedächtnis dieser unserer kaiserlichen Gnade haben wir ihm, Friedrich Wilhelm Duve, seinen ehelichen Leibeserben und deren selben Erbeserben nachfolgendes adeliges Wappen verliehen und in alle Zeit zu führen gnädiglich gegönnet und erlaubet:

Als einen blauen Schild, zu dessen Fuß auf einem grünen Rasen ein abgehauener Baumstock hervorragt, auf dessen Zweig eine weiße oder silberne, in ihrem Schnabel einen Ölzweig haltende rechts gekehrte Taube zu sehen. Auf dem Schild ruhet ein offener adelig blau angelaufener rotgefütterter goldgekrönter mit beiderseits herabhängenden blau und silbernen Decken auch umhabenden Kleinod gezierter Turnierhelm, über dessen Kron ein silberner, mit einem Pfeil durchschossener Geierflügel erscheint.

Wappen Duve
Wappen Duve

(Der Geierflügel erklärt sich wie folgt: Die Mutter des Diplom-Empfängers stammte aus der polnischen Familie von Moszinsky, und der Helmschmuck des von Duveschen Wappens ist dem Moszinskyschen Wappen entnommen worden)

Auch dieses Wappen sei abgebildet als Wappen 3.

Per Zufall fand ich im Landeshauptarchiv Schwerin eine Urkunde, in der Johann Abraham Duve 1667-1728, also ein Sohn unseres direkten Ahns Abraham Duve, als Vertreter des Herzogs von Mecklenburg persönlich siegelte. Dieses Siegel habe ich mir schicken lassen und das Wappen malen lassen. Nach meiner Überzeugung ist dies unser „richtiges“ Wappen, mit dem auch schon unser direkter Vorfahre gesiegelt hat. Vergleicht man die hier gezeigten Duveschen Wappen, so ist auf keinem eine fliegende Taube zu sehen; auch sitzt sie immer auf einem Stamm oder Ast.